Neugründung Allgemeine Deutsche Burschenschaft: Konkurrenz belebt das Geschäft

NeueDB Vorstand gratuliert zur Neugründung

 

Dr. Wolfgang von Wiese, Vorsitzender des Vorstands der NeuenDB kommentiert: "Im Namen des Vorstands der NeuenDB gratulieren wir den Mitgliedsvereinigungen der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft (ADB) anlässlich Ihres Gründungswochenendes in Jena zur Neugründung. Mit Spannung erwarten wir, wie die ambitionierte Aufstellung und der liberal-konservative Anspruch jetzt mit Leben erfüllt werden. Natürlich bedauern wir, dass sich viele der ADB-Gründungsburschenschaften nicht schon früher von der Deutschen Burschenschaft (DB) emanzipiert und sich aktiv in die bereits seit 20 Jahren bestehende NeueDB eingebracht haben. Aber immerhin finden sich einige unserer Reformmaßnahmen in der Verfassung und Organisation der ADB wieder." 

 

Übernommen von der NeuenDB wurde u.a. die Ausgestaltung des fakultativen Mensurprinzips, also die Verpflichtung zur Ausbildung der Mitglieder im akademischen Fechten. Aber auch die Einrichtung einer eigenen Akademie zur Fort- und Weiterbildung der Mitglieder wurde bei der Neugründung aufgegriffen. Ein zentraler Unterschied liegt hingegen im progressiven Selbstverständnis der NeuenDB, die burschenschaftlichen Werte Ehre, Freiheit und Vaterland zeitgemäß und mit Blick auf die sich verändernden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse fortzuführen. Die ADB spricht hingegen davon, diese Werte "heute zu leben und für die Zukunft zu bewahren." Ebenso bekennt sich die ADB wie die DB zum sogenannten volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff, während die NeueDB für sich eindeutig die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland als "politische Grenzen des deutschen Vaterlands" definiert. Dr. von Wiese: "Aufgrund einer Verfassung mit vielfältigen Verpflichtungen dürfte die Selbständigkeit der Mitgliedsbünde der ADB faktisch stark eingeschränkt werden. Inwiefern es dem neuen Verband gelingen wird, seinem Verfassungs-Grundsatz nach nicht in die inneren Belange seiner Mitgliedsbünde einzugreifen wird sich daher erweisen. Die NeueDB setzt stärker auf die Selbstverantwortung Ihrer Mitgliedsvereinigungen statt auf rigide Strafordnungen."       



Dr. von Wiese fasst zusammen: "Solange der Anspruch einer einheitlichen Deutschen Burschenschaft aufgrund zum Teil gravierender weltanschaulicher Unterschiede nicht zu verwirklichen ist, stellt die ADB eine nachvollziehbare Ergänzung des verbandlichen Spektrums zwischen der DB und unserer liberaleren NeuenDB dar. Aufgrund der deutlichen Unterschiede in der Verfasstheit und im Profil der ADB zur NeuenDB gilt für uns: Konkurrenz belebt das Geschäft. Bei gemeinsam geteilten öffentlichen Interessen und Angelegenheiten bieten wir dem neuen burschenschaftlichen Verband aber unsere Unterstützung und die Zusammenarbeit an."